Attac-Sommeruniversität in Saarbrücken (01.-06.08.08)

, von Ekkehart Schmidt

Vom 1. bis 6. August 2008 fand in Saarbrücken die 1. Europäische Attac Sommeruniversität statt. Unter dem Titel „Ein anderes Europa für eine andere Welt! / Act together now for alternatives“ kamen 800 Teilnehmer/innen aus 27 Ländern in die Universität des Saarlandes.

Schon seit Jahren organisiert die globalisierungskritische Organisation Attac in vielen europäischen Ländern große Bildungsveranstaltungen im Sommer: „Miteinander und voneinander lernen, diskutieren, sich austauschen, neue Strategien entwickeln, andere Menschen kennen lernen und zusammen Spaß haben“ - so das Konzept. Im Sommer 2008 gab es nun zum ersten Mal eine „Europäische Attac Sommeruniversität“. Die Veranstalter sahen dies als Chance, auch auf europäischer Ebene voreinander zu lernen und „Strategien für ein anderes Europa, eine andere Welt zu entwickeln“. Die Europäische Sommeruniversität (ESU) wird als ein wichtiger Schritt hin zu europäischer Handlungsfähigkeit sozialer Bewegungen gesehen. Neben Gruppen aus Deutschland kamen auch „Attacies“ aus Belgien, Finnland, Frankreich, Italien, Marokko, Norwegen, Österreich, Polen, Schweden, Schweiz und Spanien.

In 13 Foren diskutierten Sprecher/innen aus unterschiedlichsten Ländern und Gruppen miteinander. Den Teilnehmer/innen der ESU boten diese Plenarsitzungen eine Vielzahl von Möglichkeiten, die Kernthemen von Attac kennenzulernen. Die Hauptthemen der Forenstränge waren: Soziales Europa, Demokratisierung der Wirtschaft, Demokratisierung Europas, Ökologisches Europa und Europa in der Welt. In ihnen wurde ein breites Themenspektrum von ökologischen Fragen bis hin zu Militarisierungs- und Migrations- themen abgedeckt. Auch in anschließenden Workshops wurden Alternativen diskutiert.

Etika war am 4. und 5. August bei einer politischen Talkshow im Rathaus bzw. vor dem kulturellen Abendprogramm mit einem Infostand zur Sozialfinanz und den Krediten des Alternativen Sparkontos vertreten. An der gut besuchten Veranstaltung "Sonne, Wind & Co. - neue Energie wandeln das Saarland" nahm unter anderem der frühere Bundesumweltminister Jürgen Trittin teil. Jutta Sundermann, Energieexpertin von Attac, rief vehement zum Widerstand gegen die Macht der grossen Energiekonzerne auf und setzte sich für eine dezentrale Energieversorgung ein. Mit ihr waren sich auch die anderen Podiumsteilnehmer einig, dass Atomkraft weder als Ausweg aus der Energie- noch der Klimakrise geeignet ist. Organisatoren der Talkshow waren die Heinrich- Böll-Stiftung Saar und Attac Deutschland.

An der Abschlussveranstaltung nahm auch José Bové teil, der Mitbegründer des französischen Bauernverbands Confédération paysanne.

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