Co-Labor qualifiziert für den 1. Arbeitsmarkt

, von Jean-Sébastien Zippert

Schwer vermittelbaren Arbeitssuchenden eine Chance bieten, in einer sie individuell begleitenden Struktur fit zu machen für den "normalen Arbeitsmarkt" - das ist die Grundidee der Beschäftigungsinitiativen, die ab Ende der 1990er-Jahre in Luxemburg entstanden sind. Neben ProActif und Défi-Job unterstützt etika auch ProActif.

Sehen Sie hier einen 2015 entstandenen Film über Co-Labor (3min30):

Datum des ersten Kredits:
November 1999

Beschreibung:
Diese 1983 gegründete Kooperative, die im Bereicht der Garten- und Landschaftspflege tätig ist, hat die gesellschaftliche Eingliederung von Arbeitsuchenden zum Ziel, die eine spezifische Unterstützung oder Ausbildung benötigen. Im Laufe von 25 Jahren hat sich Co-Labor zu einer Genossenschaft mit umfangreichem Dienstleistungsangebot und gewerblichem Handel mit eigenen Produkten entwickelt. Sie funktioniert im Sinne der sozialen und wirtschaftlichen Verantwortung, wobei sämtliche Produkte umweltfreundlich hergestellt werden. Co-Labor beschäftigt über 150 Personen, davon 100 mit unbefristetem Vertrag und über 50 mit einem spezifischen Ausbildungsziel.

Seit 1999 erhielt Co-Labor folgende Kredite von etika und BCEE:

- Investitionskredit für die Erneuerung der EDV-Systeme
- Investitionskredit für den Kauf von Kleinfahrzeugen und die Verbesserung der Verkaufsstellen
- Investitionskredit für den Kauf von zwei Kleinlastern und eines Gewächshauses im Rahmen des Projekts „Grénge Kuerf“ für den Anbau biologischen Gemüses
- Investitionskredit für den Kauf eines Kleintraktors und eines Kleinlasters
- Dispositionskredit für den Kassenbedarf
- Investitionskredit für den Kauf einer Erdbearbeitungsmaschine für Landschafts- bauarbeiten
- Investitionskredit für Material im Rahmen des „Valo-bois“ Projets (siehe unten)
- Investitionskredit für den Kauf von notwendigem Material und Erneuerungsarbeiten
- Investititionskredit für den Bedarf des Projekts INOVE
- Investitionskredit zum Bau des neuen Sitzes der Kooperative (mehr dazu hier)

Kreditvolumen:
2.165.011 Euro

Kontakt:
Marc Kohl, 1 Grevelsbarriere, 8059 Bertrange, Tel. +352 44 78 83 1















Das Projekt "Grenge Kuerf" ist zugleich sozial und ökologisch wertvoll

Fit machen für den Arbeitsmarkt

Das Wiedereingliederungsunternehmen im Bereich der Pflege von Gartenanlagen und Grünflächen beschäftigt zur Zeit 86 MitarbeiterInnen. Davon erhalten 46 Personen mit Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt durch eine berufsbegleitende, sozio-edukative Beratung und dem Arbeitsprogramm «Aide active à la recherche d’emploi» die nötigen Qualifikationen, um in den regulären Arbeitsmarkt zurückzukehren.

Ausbildung an Fahrzeugen

Co-labor unterhält einen Fuhrpark von 41 Fahrzeugen, die durchschnittlich 12 Jahre alt sind. Diese Fahrzeuge werden regelmässig in der zu Co-labor gehörenden Werkstatt repariert bzw. gewartet, was auch einen Teil der Wiedereingliederungsaktivitäten ausmacht. Jedes Jahr werden ein bis zwei neue Fahrzeuge angeschafft, da u.a. der Gebrauchtwagen-Markt für Transporter mit offener Ladefläche beschränkt ist. Ein weiterer Grund ist auch, dass das Ausbildungsprogramm in der Werkstatt am Beispiel von neuen Fahrzeugen stattfinden soll. Drittens wünschen einige der Kunden von Co-labor, wie z.B. Banken, dass Arbeiten an Hecken und Grünanlagen nicht mit veralteten Fahrzeugen und alten Ausrüstungen ausgführt werden.

Ausbildung im Bio-Gartenbau

«De Grenge Kuerf» ist eine weitere Initiative von Co-labor mit dem Schwerpunkt «Ausbildung im Gartenbau» über sechs Monate, eine Aktivität die sich speziell an arbeitslose junge Frauen wendet.

Zusammen mit dem Arbeitsamt und dem Europäischen Sozialfonds hat diese Ausbildung erstmals im Frühjahr 2001 mit neun Teilnehmerinnen erfolgreich stattgefunden.

Sie gliedert sich in Theorie und Praxis im biologischen Obst- und Gemüseanbau, einschliesslich Handel- und Verkauf sowie vollwertige Ernährung.

Daran schliesst sich ein 2-monatiges Praktikum in einem externen Betrieb an.

Nach bestandener Ausbildung erhalten die Teilnehmerinnen ein Zertifikat über die erfolgreich abgeschlossene Teilnahme. Und die Frauen erhalten eine aktive und kompetente Hilfe bei der Jobsuche.

Unser Foto zeigt den Verkaufsstand des Grenge Kuerf auf dem Fest von der Natur 2010.

Ein neues Gewächshaus

Für die Jungpflanzenzucht und für den Anbau von wärmeliebenden Kulturen wie Tomaten, Gurken, Auberginen und andere Gemüsesorten, wurde es notwendig ein Gewächshaus anzuschaffen. Desweiteren ermöglicht der Anbau im Gewächshaus die Verlängerung der Erntesaison in den Winter hinein, und um auch im Frühjahr bereits eine erste Ernte zu erhalten. Da es in unseren Breiten sehr oft regnet und die Witterungsverhältnisse oft das Arbeiten im Freiland nicht ermöglichen, bietet das Gewächshaus zusätzlich die Möglichkeit, mehr Menschen ganzjährig Arbeit zu geben.

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Auch durch das neue Gewächshaus wurden neue Arbeitsplätze geschaffen

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Pressebericht: Abfallholz wird wertvoller Brennstoff

Die Genossenschaft Co-Labor, die im Bereich der Wiedereingliederung auf den ersten Arbeitsmarkt von Langzeitarbeitslosen, sowie im biologischen Obst- und Gartenbau tätig ist, hat einen Investitionskredit über 160.300 Euro erhalten. Die Neuigkeit: die Genossenschaft erweitert ihren Tätigkeitsbereicht auf die Verwertung von Abfallholz.

Luxemburg – Einen Kredit in Höhe 160.300 Euro von einer Laufzeit über fünf Jahre hat die Genossenschaft Co-Labor erhalten, um verschiedene Investitionen zu tätigen. Die Kreditanfrage wurde vom Kreditkomitee von etika aufgrund des Einsatzes von Co-Labor für die Wiedereingliederung schwer vermittelbarer Arbeitsloser positiv bewertet.
„Wir unterscheiden uns von anderen Genossenschaften wegen unserer hohen Ausbildungs- Eingliederungs- und Wiedereingliederungsquote von Menschen, die Schwierigkeiten haben auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen,“ erklärt Christophe Lepicard von Co-Labor.

Aber dieser Kredit wurde auch wegen der Lancierung des Projekts Valo-bois gewährt, durch das ungenutzte Holzabfälle im Wald als Heizmaterial nutzbar gemacht werden.

„In Luxemburg gibt es einen Markt für Brennholz, der noch nicht sehr entwickelt ist, beziehungsweise von den Nachbarländern nicht ausreichend beliefert wird,“ so Aurélien Rapeau, der für das Projekt Valo-bois verantwortlich ist. „Deswegen haben wir beschlossen eine soziale und solidarische Aktivität zu entwickeln, deren Ziel es ist die Menschen bei ihrer Wiedereingliederung auf den regulären Arbeitsmarkt zu unterstützen, indem sie einer wirtschaftlichen Tätigkeit mit starker sozialer und ökologischer Ausprägung nachgehen,“ so Rapeau weiter.

Nach Schätzungen von Co-Labor verrotten jedes Jahr Tausende Kubikmeter Holz in Wäldern oder werden verbrannt, ohne dass die Wärme in irgendeiner Weise genutzt würde.

Die Aufgaben der Teams von Co-Labor bestehen unter anderem darin das Holz zu sammeln, zu schneiden und zu lagern, aber auch diese zu verpacken, zu verkaufen oder auszuliefern.

„Diese Aktivität ist Teil unserer Anstrengung die Menschen zurück in den ersten Arbeitsmarkt zu bringen,“ so Rapeau weiter. „So ist in der Tat das vorrangige Ziel nicht das Holz auf den Markt zu bringen, um einen lukrativen Sektor zu entwickeln, sondern Personen mit speziellen Schwierigkeiten zu helfen sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren.“ Das Projekt Valo-bois wird vom Arbeitsministerium und der Städte Luxemburg und Esch kofinanziert.

Die zweijährige Versuchsphase war so erfolgreich, dass das Projekt bis heute weiter geführt wird (Stand: Ende 2017).

Kontakt : Musa Pilici, Tel.: +352 44 78 83 1, musa.pilici@co-labor.lu

Lesen sie rechts (indem Sie auf das Bild klicken) einen aktuellen Artikel zum Projekt Valobois (Tageblatt, 10.02.2012); Weitere Informationen zur Inwertsetzung von Holz in Luxemburg finden Sie hier

Artikel vom 18.10.2006, mehrfach aktualisiert, zuletzt am 29.09.2017