IBLA - Institut fir biologesch Landwirtschaft an Agrarkultur Luxemburg

, von Jean-Sébastien Zippert

Anlässlich der Einweihung des neuen NATURATA-Supermarktes in Merl am 12. Februar 2009, hat der damalige Agrarminister Fernand Boden einen neuen Aktionsplan für die biologische Landwirtschaft in Luxemburg präsentiert. Er unterstrich die Notwendigkeit, diese zu unterstützen, da immer mehr Konsumenten ihre Konsumgewohnheiten verändert hätten und zunehmend „bio“ einkaufen, während sich die Anzahl der Bio-Hersteller in Luxemburg nicht in gleichem Ausmass erhöht habe.

Wenige Tage zuvor hat das Institut fir biologesch Landwirtschaft an Agrarkultur Luxemburg A.s.b.l. (IBLA) eine Erhöhung der Kreditlinie erhalten, die etika und BCEE im Mai 2000 der Beratungsstelle für biologische und bio-dynamische Landwirtschaft eröffnet hatten (siehe Erläuterungen unten). Die Höhe des Kredites, der ursprünglich 14.874 EUR betrug, beläuft sich nun auf 35.000 EUR (Laufzeit: 1 Jahr, erneuerbar).

In Luxembourg bestehen zwei Biobauern-Vereinigungen (asbl): die Verenegung für biologischen Landbau Luxemburg asbl. (verantwortlich für das bioLABEL) und der Verain fir biologesch dynamesch Landwirtschaft (verantwortlich für das DEMETER-Label).

Gemeinsam haben beide Institutionen die Beratungsstelle für biologische und bio-dynamische Landwirtschaft, ein Zentrum zur Popularisierung der Bio-Landwirtschaft, eingerichtet. Im Jahr 2008 haben beide genannten Institutionen eine Plattform zur Förderung der Forschung im Berich der biologischen Landwirtschaft gegründet: die IBLA. „2009 haben wir die Bio-Berodung unter das Dach der IBLA gestellt und in diesem Kontext eine Verlängerung der Kreditlinie beantragt“, erläutert Claude Felten vom IBLA.

Die Beratungsstelle konzentriert sich auf die Beratung von Landwirten generell sowie insbesondere solcher, die auf Bio umstellen wollen. Die IBLA kümmert sich dagegen um die Organisation von Konferenzen und spezifischen Seminaren zur biologischen Landwirtschaft, um die Koordination der Forschung und um den Transfer von Forschungsergebnissen zu den Landwirten in der Praxis. Gleichwohl bietet IBLA in Zusammenarbeit mit dem Weinbau-Institut (Institut vini viticole) in Remich seit 2012 mit dem deutschen Experten Georg Meissner auch eine Beratung spezifisch für Weinbauern an, die auf biologischen Weinbau umstellen wollen.

Um diese Projekte umzusetzen, haben die Mitarbeiter/innen häufig Bauernhöfe oder andere Orte aufzusuchen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur sehr schwer erreichbar sind. Beispielsweise Versuchsfelder. Daher erschien die Anschaffung eines eigenen Pkw nunmehr unumgänglich. IBLA hat daher im März 2012 einen Investitionskredit über 14.300 Euro und einer Laufzeit von drei Jahren bei etika und der BCEE beantragt und erhalten, um einen Citroën Berlingo (Fotos rechts).

2012 erhielt IBLA den "Bio-Agrar-Preis", einen Förderpreis für Verdienste im Bereich der biologischen Landwirtschaft in Luxemburg. Bei der Preisverleihung wies der heutige Landwirtschaftsminister Romain Schneider darauf hin, dass der Preis auf einen Aktionsplan der EU-Kommission aus dem Jahr 2004 zurückgeht. Ziel sei damals gewesen, die Bio-Anbaufläche in Luxemburg von rund 3 500 Hektar auf 6 000 Hektar im Jahr 2013 zu vergrößern. „Es handelt sich nicht um eine Nischenpolitik, sondern um eine reelle Alternative zur traditionellen Landwirtschaft“, so Romain Schneider.

Von diesem Ziel ist man freilich trotz mancher Anreize zur Umstellung sehr weit entfernt. Eine der Ursachen dafür ist, "dass es keine feststellbare Beziehung zwischen Subventionen und Umweltleistungen gibt" (Journal, 10. Januar 2013). Umso wichtiger ist die wissenschaftlich fundierte Überzeugungsarbeit von IBLA.

Weitere Infos: Dem Thema „Umstellen auf Bio“ ist die Ausgabe 60 vom Juli 2016 der Zeitschrift Agrikultur gewidmet. Sehen Sie hier auch ein aktuelles Video über die Forschungs- und Entwicklungsarbeit des IBLA.

Das Projekt „Grünland und Tiergesundheit Eifel - Ardennen”

Die Kuh hat sich als Wiederkäuer über die Evolution zum Nutzer von Grünland-Weideflächen entwickelt. Ihre besonderen Fähigkeiten machen sie zu einem ökologisch besonders wertvollen Lebensmittelproduzenten: Sie kann zellulosereiche Gräser verwerten und so für den Menschen verfügbar machen. Nur sie kann das aus Umwelt-, Klima- Wasser- und Erosionsschutz wichtige Grünland der Mittelgebirgsregion Eifel-Ardennen sinnvoll verwerten. Seit Anfang der 1990er-Jahre ist jedoch der Maisanbau durch die im Zuge der Agrarreform eingeführte Ackerbauprämie stark begünstigt worden. Organisationen wie IBLA beobachten die
Ausdehnung der Maisanbauflächen in Mittelgebirgsregionen mit großer Skepsis.

Ein neues überregionales Programm, das hierzulande durch IBLA umgesetzt wird, soll nun helfen, die Milchviehfütterung auf der Basis des Grünlands zu verbessern (mehr dazu hier). Zur Umsetzung des Projekts hat IBLA von etika und der BCEE im Juli 2017 eine Vorfinanzierung in Höhe von 120.000 Euro erhalten.

Kontakt:
Stéphanie Zimmer et Claude Felten, Oikopolis, 13 Parc d’activité Syrdall
L-5365 Munsbach, Tel.: 26 15 23, claude.felten@education.lu

Artikel vom 17. Oktober 2006, zuletzt aktualisiert am 25. Oktober 2017


Die Mitarbeiter/innen des Beratungsservice auf dem Hoffest zu 20 Jahren Biolandbau in Luxemburg im Juli 2008


Der Stand der Verenegung für biologischen Landbau auf der Ettelbrécker Agrar-Messe