IBLA präsentiert Getreideversuchsfelder auf dem "Naturhaff"

, von Ekkehart Schmidt

Über 70 Personen, darunter viele Landwirte, nutzten am 7. Juli in Derenbach die Gelegenheit, sich den „Wintergetreidesortenversuch im biologischen Anbau“ des IBLA anzuschauen. Unter anderem Landwirtschaftsminister Romain Schneider und der delegierte Minister für nachhaltige Entwicklung und Infrastrukturen, Marco Schank, nahmen die Einladung des IBLA und des „Naturhaffs“ an und informierten sich über die Eignung unterschiedlicher Wintergetreidesorten für den luxemburgischen Bio-Anbau und die Aktivitäten des IBLA. Auch Anja Staudenmeyer, neue Präsidentin des IBLA, war vor Ort.

Raymond Aendekerk, Direktor des IBLA, gab einen Überblick über die verschiedenen Projekte, die von den fünf Mitarbeitern des IBLA betreut werden. Er wies auf die Kooperation mit den fünf Biobauern hin, auf deren Betriebe Versuchsparzellen eingerichtet sind und welche aktiv an der praktischen Forschungsarbeit teilnehmen. Für die noch junge Forschungseinrichtung IBLA ist auch die Kooperation mit anderen Organisationen, wie den "centres de recherche public“, dem FIBL Schweiz und den Universitäten Kassel und Trier, von großer Bedeutung. Raymond Aendekerk wies darauf hin, dass die angewandte Forschung des IBLA auf großes Interesse bei Praktikern, Beratern und Experten trifft, dass sie aber nur mit einer kontinuierlichen Basisfinanzierung zu gewährleisten ist. Er bat die beiden Minister, sich dafür einzusetzen, dass bei den guten und zunehmenden luxemburgischen Forschungsbudgets der Bio-Landbauforschung des IBLA Beachtung geschenkt wird. In der Landwirtschaft seien durch passende, effiziente Forschung bedeutende positive Effekte zu erreichen.

Auf dem Versuchfeld stellte Agrar-Ingenieurin Steffi Zimmer den Versuch und dessen Bedeutung für die Bio-Landwirte vor. Es handle sich um ein Projekt, das langfristig weitergeführt werden müsse, da Sorten mindestens drei Jahre lang getestet werden müssen und jedes Jahr neue Sorten hinzu kommen. Anschließend bedankte sich Minister Schneider beim IBLA, bei der Gemeinde Wincrange und dem Gewinner des Bio-Agrar-Preises 2010, dem „Naturhaff“, für deren Einsatz in Sachen Landwirtschaft und Umweltschutz. Er betonte, dass ihm die alljährlichen Besuche der IBLA-Sortenversuche und der Bio-Agrar-Preis-Laureaten ein wichtiges Anliegen seien. Schließlich würdigte auch delegierter Minister Schank den biologischen Landbau als nachhaltigste Form der Landwirtschaft.

Auf dem Feld erklärte Steffi Zimmer dann die Stärken und Schwächen einzelner Weizen-, Triticale- und Roggensorten, insbesondere deren Reaktion auf die Dürreperiode 2011. Zur Realisierung des Sortenversuches wurden auf den Betrieben „Karelshaff“ von Jean-Louis Colling-von Roesgen, Colmar-Berg, und dem „Naturhaff“ je ein Versuchsfeld angelegt. Der Versuch erfolgte im Rahmen des nationalen Aktionsplans für biologischen Landbau unter finanzieller Unterstützung des ASTA und in Zusammenarbeit mit der Ackerbauschule Ettelbrück und den Anbauverbänden bioLABEL und Demeter. Insgesamt wurden 28 Winterweizen-, vier Wintertriticale- und sieben Winterroggensorten, darunter 12 Sorten aus biologischer Züchtung und eine Sorte aus Erhaltungszucht, angebaut.

Bei den zwei Abend-Begehungen, welche spezifisch für Landwirte organisiert wurden, konnten über 60 Praktiker begrüßt werden, die das Wachstum der Pflanzen unter biologischen Bedingungen kritisch begutachteten.

Kontakt:
Steffi Zimmer, 13, rue Gabriel Lippmann, L-5365 Munsbach, Tel.: +352 261513-84; E-mail: zimmer@ibla.lu