Le monde en doc: Cleveland contre Wall street (04.06.12)

, von Ekkehart Schmidt

In Kooperation mit ATTAC Luxembourg und der Cinémathèque freut sich etika, Sie einzuladen zur einmaligen Vorführung des Dokumentarfilms :




Regisseur : Jean-Stéphane Bron, Produktionsjahr: 2010, Dauer: 1h38, OMU (amerikanisch, in Französisch untertitelt)

Datum: Montag, 4. Juni um 20.30 Uhr - Cinémathèque der Stadt Luxemburg, place du Théatre, Reservation möglich: Klicken sie dafür hier.

Am 11. Januar 2008 klagt die Stadt Cleveland gegen 21 Banken, die sie für die verheerenden Auswüchse der Immobilienkrise verantwortlich macht. Doch Wall Street verhindert die Eröffnung des Prozesses. "Cleveland versus Wall Street" erzählt die Geschichte eines Gerichtsverfahrens, das hätte durchgeführt werden müssen. Es ist ein Filmprozess, doch die Protagonisten sind real, die Story, Beweise und Zeugenaussagen sind Wirklichkeit.

Da ist etwa der Zeuge Robert Kole, der seinen Dienst bei den Hausräumungen quittierte, weil er diese nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren konnte. Mit der Pistole im Anschlag drang er jeweils in die Häuser der verschuldeten Eigentümer ein, als wären es Schwerverbrecher.

Nachdem er einer 86-jährigen Frau das Zuhause entreissen musste, weil sie die Hypothekarzinsen nicht mehr zahlen konnte, habe er im Auto geweint. Sie hatte versucht, sich in ihrer Panik die Kleider vom Leib zu reissen. "Es hätte meine Grossmutter sein können", sagt Cole vor Gericht.

Ein weiterer Zeuge ist Keith Taylor, der vom Drogendealer zum Makler wurde. Zu seiner Arbeit als Makler sei er gekommen, als er dem Boss eines Immobilienbüros Drogen vorbeibrachte. Als Dealer habe er sich etwas mit Geldgeschäften ausgekannt, wie er sagt.

Je höher der abgeschlossene Kredit, desto mehr Geld habe für die Makler herausgeschaut, wobei Subprime-Kredite wegen der horrenden Zinsen am lukrativsten waren, erklärt Taylor das System. Da sei auch schon mal bei den Lohnangaben der Kreditsteller geschummelt worden.

Dass die Menschen in den Ghettos von Cleveland plötzlich so gut verdienten, darüber hätten sich weder die Kreditinstitute noch die Banken gewundert. "Sie foutierten sich darum", so Taylor. Die Banken hätten die Augen geschlossen, weil mit dem Subprime-Geschäft fette Gewinne winkten. Dies führte in Cleveland dazu, dass Leute Kredite für bis zu 20 Häuser aufnehmen konnten, obwohl sie keinen Job hatten.