Sanierung der Wassermühle Moestroff

, von Ekkehart Schmidt

Die Nutzung der Wasserkraft als erneuerbare Energieform ist für eine nachhaltige Entwicklung und zum Erreichen der Umwelt- und Klimaschutzziele von großer Bedeutung. Obwohl Wasserkraftwerke zu den umweltfreundlichsten Energie- produzenten gehören, hat ihre Förderung hierzulande jedoch eher nur Symbolcharakter. Dies erscheint umso unverständlicher, als sich mit einer sorgfältigen Planung die Wasserkraftnutzung auch mit einem ökologisch akzeptablen Gewässerausbau vertreten lässt. Es bestehen etwa ein Dutzend private luxemburgische Wasserkraftwerke, die mit viel Eigenleistung der Besitzer und meistens mit noch viel mehr Idealismus betrieben werden.

Der Umbau bzw. die Renovierung von einer von ihnen - der Zettingermühle in Moestroff - wird nun von etika gefördert. Die Besitzer der erstmals 1248 in Dokumenten erwähnten Mühle, das Ehepaar Bourg-Biver, haben im Oktober 2008 einen Kredit in Höhe von 350.000 Euro mit einer Laufzeit von 15 Jahren erhalten. Ziel ist der Erhalt sowie die Leistungssteigerung ihrer an der Sauer liegenden Kleinwasserkraftanlage. Die Investitionen dienen neben der Produktion von CO2-frei produziertem Strom der langfristigen und nachhaltigen Einkommenssicherung von zwei landwirtschaftlichen Familienbetrieben.

Bild oben: Die Mühle in einer Aufnahme aus den 1970er-Jahren; Bild unten: Der alte Rechen von 1956

Die Räder der alten Mühle sind 1847 durch Turbinen ersetzt worden, seit 1922 produziert sie Strom. „Wir möchten die Anlage langfristig und nachhaltig rentabel betreiben“, sagt Denise Biver. "Und zugleich ökologische Aspekte der Sauer berücksichtigen."

Gemeinsam mit ihrem Mann Emile Bourg hat Denise Biver die Erneuerung des alten Rechens sowie dessen Reinigungsanlage und die Verbreiterung des Zulaufs geplant. Dadurch soll die jährliche Stromproduktion um 10 % auf 614.180 kWh gesteigert werden. Der produzierte Strom wird ins CEGEDEL-Netz eingespeist. Dadurch wurden bislang 385 t CO2 pro Jahr (künftig über 400 t) eingespart.

Beim Umbau war auch die bestehende Fischtreppe zu erhalten bzw. mit dem Wasserwirtschaftsamt neu zu planen. Fische sollen im Rahmen der Fischwanderung die Möglichkeit behalten, künstliche Hindernisse wie dieses zu überwinden. Die Installation von Fischwanderhilfen ist heute vorgeschrieben.


Der Zufluss der Wassermühle im Umbau, Herbst 2008 (Fotos: Serge Medinger)

Kontakt :
Emil und Denise Bourg Biever
2, rue Nic Grang
L-8610 Buschrodt
Tel : 83 80 52

Artikel vom 12 Dezember 2008, aktualisieret am 18 Dezember 2014