EnerCoop Uelzechtdall

, von Ekkehart Schmidt

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Seit 2019 hat sich eine lokale Gruppe der Transition Bewegung im Uelzeschtdal (Walfer Steinsel, Lorentzweiler, Lintgen und Mersch) entwickelt. Diese Bewegung, die 2006 rund um den Permakulturalisten Rob Hopkin in Irland entstanden ist, gestaltet als dezentrale Umwelt- und Nachhaltigkeits­initiativen in über 2000 Städten und Gemeinden der Welt den Übergang in eine postfossile, relokalisierte Wirtschaft. Die erste solche Initiative in Luxemburg ist CELL.

Ausgehend von der Beobachtung, dass die nationale und internationale Politik nicht angemessen auf die Herausforderungen der Klimakrise reagiert und die Nutzung fossiler Energien nur halbherzig einschränkt und daher die Kommunen von sich aus mit ersten vorbereitenden Maßnahmen auf eine Zukunft knapper werdender Roh- und Treibstoffe reagieren müssen, initiieren Transition Towns Gemeinschaftsprojekte. Hierzu gehören insbesondere Maßnahmen zur Verbrauchsreduktion von fossilen Energieträgern sowie zur Stärkung der Regional- und Lokalwirtschaft.

Transitioun Uelzechtdal hat in Lintgen mit der Anlage einer Parzelle im kommunalen Gemeinschaftsgarten sowie an anderen Orten mit Wildkräuterwanderungen, Besuchen der renaturierten Alzette, konsumkritischen Aktionen und Workshops begonnen (Fotos).

Eines der wichtigsten Langzeitprojekte ist "Wild Uelzechtdall". Dabei geht es um die Sensibilisierung für die Biodiversitätskrise und das Insektensterben, das gemeinschaftliche Anlegen von Wildblumenwiesen (beim Kasshaff und diesen Herbst bei SIDERO auf dem Gelände der Kläranlage in Beringen) sowie Workshops und Infoveranstaltungen zur Thematik (nächster Termin: 24. Oktober).

Im Januar 2020 wurde in Lintgen dann die Energiekooperative "EnerCoop Uelzechtdall" gegründet. Ziel der Kooperative ist es, Projekte zum Bau, der Nutzung und der Speicherung von Anlagen der erneuerbaren Energie zu entwickeln. Die erzeugte Energie in Form von Strom oder Wärme soll von den Mitgliedern verbraucht bzw. verkauft werden.

Weitere Ziele des Projekts sind das Bewerben einer sparsamen und verantwortlichen Nutzung von Energie - bei Mitgliedern der Kooperative, wie der Öffentlichkeit - sowie die Beratung und Information zu Fragen rund um erneuerbare Energien. Beim anvisierten Bau wird ein hoher Wert auf Bürgerbeteiligung gelegt und darauf hingewirkt, dass es den Beteiligten bei der Energieerzeugung nicht um individuelle Renditen geht.

Konkret soll auf dem Dach eines Erweiterungsbaus der Schule von Lintgen eine Photovoltaik-Anlage errichtet werden. Die dort produzierte Energie kann 35 Haushalte mit Strom versorgen. Bislang sind an diesem Projekt 70 Genosssinnen und Genossen der Kooperative beteiligt, darunter 10 Mitglieder des Verwaltungsrats.

Die Struktur sieht vor, dass auch Personen ohne grössere finanzielle Mittel an dem Projekt teil zu haben. Sie könnten durch die vergleichsweise hohen Kosten keine Anlage auf ihrem eigenen Dach errichten. Die erwirtschafteten Mittel sollen in neue nachhaltige Projekte investiert werden. Zum ökologischen Aspekt des Projekts kommt somit eine Dimension der Solidarität hinzu.

Zur Realisierung dieses Projekts hat Transitioun Uelzechtdall im Juni 2020 seitens Spuerkeess und etika einen Investitionskredit in Höhe von 80.400 Euro bei einer Laufzeit von 12 Jahren erhalten. Die Gesamtkosten der Investition belaufen sich auf 170.000 Euro.

Kontakt :

EnerCoop Uelzechtdal
126 rte de Fischbach
L-7447 Lintgen

Transitioun Uelzechtdall a.s.b.l.
Serge Remy
9, rue du Cimetière
L-7444 Lintgen
Tel.: 621 175640
info@tuzd.lu
Webseite

Artikel vom 7. Juli 2020, aktualiaisert am 13. August 2020