Programm "Sleeves up" von "Touchpoints"

, von Ekkehart Schmidt















Der 2016 gegründete Verein "Touchpoints" bemüht sich darum, Begegnungsorte für die einheimische und zugewanderte Bevölkerung Luxemburgs zu schaffen, um das Zusammenleben zu fördern und eine gemeinsame Zukunfts zu entwickeln. Durch die Aktivitäten des Vereins soll die Aufnahmegesellschaft vorbereitet werden, kultuelle Diversität wertzuschätzen, der Entwicklung von Parallelgesellschaften und eines Kommunitarismus soll entgegengewirkt werden.

Zu den Angeboten des Vereins gehört ein Service, der unternehmerisch tätigen Flüchtlingen Ausbildungen und Coaching bietet, ein Pilotprojekt zur Begleitung am Arbeitsplatz sowie so genannte Business MeetUps für Jungunternehmer*innen mit Migrationshintergrund.
Bei dem im September 2016 lancierten Programm «Sleeves Up» geht es darum, Migrant*innen (Flüchtlinge, Asylbewerber*innen und andere Neuankömmlinge) bei der Ausbildung und Existenzgründung in Luxemburg behilflich zu sein. Ziel ist es, Personen, die in Bezug auf Sprache und Qualifikation nicht den Erfordernissen des Arbeitsmarktes entsprechen, dabei zu unterstützen, "die Ärmel hochzukrempeln" und ihre Begabungen und Fähigkeiten in ein Mittel umzuwandeln, den Lebensunterhalt bestreiten zu können oder ein Einkommen zu ergänzen, das mangels Möglichkeiten oft unter dem Mindesteinkommen liegt.
Die Unterstützung bei dem Wunsch, die eigenen Talente für sich nutzbar zu machen, soll gelingen durch ein Zusammenspiel von Selbstbefähigung und Ausbildung, sichergestellt durch ein individualisiertes Mentoring.

„Für Migranten und Flüchtlinge ist es besonders schwer, ein Unternehmen zu wagen“, erläutert die Vorsitzende von Touchpoints, Fabienne Colling. Und ergänzt: "Viele leben völlig vom System abgetrennt, wir helfen ihnen, wieder Selbstvertrauen zu bekommen, aber auch Vetrtrauen in die Institutionen, die ihnen bei ihrer berufliche Entwicklung helfen können."

Mit « Sleeves up » hat Touchpoints einen Ausbildungszyklus aufgebaut, der diesen Personen dabei hilft, ihre eigene Firma im Handel oder dem Handwerk aufzubauen. Wenn dies nicht gelingt, unterstützt man sie durch die Integration in andere, bereits bestehende Qualifikationsmassnahmen verschiedener Träger. Es geht um ein individuelles "Empowerment", so dass sie besser in der Lage sind, mit den sozialen, ökonomischen, politischen oder ökologischen Bedingungen umzugehen, denen sie ausgesetzt sind.

« Sleeves Up » ist prinzipiell für jede*n offen, unabhängig von Nationalität, Alter und Geschlecht. "Gleichwohl ist der Parcours spezifisch auf die Informations- und Qualifikationsbedürfnisse von Personen ausgerichtet, die in Luxemburg den Flüchtlingsstatus erhalten haben", stellt Fabienne Colling klar.

Der Parcours « Sleeves Up» beinhaltet:

• Informationsseminare zum Unternehmertum (organisiert in Kooperation mit einer Vielzahl an Einrichtungen, die in der Begleitung von Migrant*innen aktiv sind),
• eine Serie von sechs Workshops zur Unternehmensgründung in Luxemburg, die zwei Mal im Jahr in englischer Sprache stattfinden,
• ein individuelles Coaching,
• monatliche Treffen zum Austausch mit Unternehmer*innen, die es bereits geschafft haben (die "Sleeves Up Meet Ups" wie beispielsweise im syrischen Restaurant "Chiche", unserem Titelfoto).

Für die Bedürfnisse dieses Projektes, das 2018 eine besondere Erwähnung beim Etika-Preis erhielt Touchpoints von der BCEE und etika im Dezember 2018 eine Kreditlinie in Höhe von 45.000 Euro (bei einem Investitionsvolumen von insgesamt 360.900 Euro) mit einer Laufzeit von 12 Monaten.

Lesen Sie rechts ein Interview mit den Verantwortlichen des Projekts in der Woxx vom 22. März 2019 (klicken Sie auf die Bilder).

Kontakt :
Touchpoints asbl, Fabienne Colling, Op der Haart 4A, L-9999 Wemperhardt und (an Donnerstagen von 14 - 17 Uhr) MESIS, Côte d’Eich 15 L-1450 Luxembourg, Tel.: 20 20 22 80, info@touchpoints.lu, www.touchpoints.lu, www.sleevesup.lu

Artikel vom 25. März 2019