Velotour zum Thema urbane Landwirtschaft (24. Sept.)

, von Ekkehart Schmidt

Wie jedes Jahr seit 2009 organisiert etika auch im Jahr 2022 kostenlose Fahrradtouren (Essen und Getränke sind selbst zu zahlen), mit Besuchen von Projekten, die von etika und Spuerkeess mitfinanziert wurden.

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Bei unserer zweiten Tour im Jahr 2022 wollen wir uns mit dem Thema Urbane Landwirtschaft beschäftigen.

Urbane Landwirtschaft ist ein landwirtschaftliches Produktionssystem, das sich in (peri-)urbane Landschaften einfügt. Es handelt sich um eine multifunktionale Landwirtschaft, die durch ihre wirtschaftlichen, ökologischen und/oder sozialen Merkmale in die Perspektive einer nachhaltigen Entwicklung eingebunden ist. Dieses "Urban Farming" spielt auch eine Rolle bei der Schaffung eines nachhaltigen Ernährungssystems, das den gesellschaftlichen Erwartungen an die Ernährung und den Erhalt der Umwelt gerecht wird und zum ökologischen Übergang der Städte beiträgt.

"Sie drängt sich heute nicht nur als Alternative zu unseren traditionellen Produktions-, Konsum- und sogar Bauweisen auf, sondern vor allem als innovative Lösung zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und damit zur Neuerfindung unserer Städte", sagt Landwirtschaftsminister Claude Haagen.

Obwohl wir nicht auf alle Aspekte des Themas eingehen können, möchten wir zwei Beispiele betrachten.
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Auf einer ganztägigen Fahrradtour nach Bettemburg und Esch/Alzette wollen wir zwei Projekte besuchen, in denen diese Vision konkret umgesetzt wird: das erste urbane Gewächshaus Luxemburgs auf dem Dach des Institut de formation sectoriel du bâtiment (IFSB) in Bettemburg und das "Escher Geméisgaart", ein Pilotprojekt des Cigl Esch zur Produktion von Biogemüse, das insbesondere an die Küchen der Maison relais der Stadt geliefert wird.
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Laut einem Wörterbuch der Agrarökologie "ist die Form, die die städtische Landwirtschaft annimmt, nicht genormt, sie passt sich dem Kontext an (räumliche Einschränkungen, Landnutzung, Qualität der Ökosysteme) und wertet Räume und soziale Dynamiken auf. Sie belebt die Gemüsegürtel neu, indem sie Interaktionen und Übergänge zwischen ländlichen und städtischen Räumen schafft. So sind die Standorte der urbanen Landwirtschaft (Dächer, Brachflächen, Untergeschosse, Parkplätze usw.) und die Produktionsmethoden vielfältig (Hydroponik, Aquaponik, vertikale Kulturen, Freiland, Tierhaltung usw.)."

In Luxemburg ist die Steigerung der Obst- und Gemüseproduktion eines der Ziele, die mit dem Nationalen Strategieplan (NSP) verfolgt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, wird der Bau von Gewächshäusern vom Ministerium für Landwirtschaft gefördert. Laut dem Ministerium bietet die Vision einer technologischen und vernetzten Landwirtschaft (u. a. Techniken des "vertical farming") "eine Reihe objektiver Vorteile in Bezug auf den Verbrauch von verfügbarem Land, die Kontrolle der Produktion, die Verringerung der Umweltauswirkungen und die Möglichkeit der Ansiedlung in städtischen Gebieten", so die Tageszeitung vom 4. April 2022.

Während der Projektbesuche werden wir die Thematik diskutieren.

Unsere Tour führt über kleine Straßen und Radwege. Die Strecke ist leicht zu bewältigen. Ein Teil der Exkursion (Hin- oder Rückfahrt) wird mit dem Zug durchgeführt. Wir werden gegen 9 Uhr in Luxemburg abfahren und gegen 17 Uhr zurückkehren. Die Einzelheiten des Ausflugs werden Ihnen nach der Anmeldung mitgeteilt.

Anmeldung: Bitte melden Sie sich bis Donnerstag, den 22. September bei velotour@etika.lu / Tel. 0049-163 88 40 548 an, unter Angabe einer Telefonnummer und der Anzahl der Teilnehmer.

Artikel vom 14. Juli 2022, aktualisiert am 27. Juli